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Kultur - Ausflug der AH Handballer |
Der traditionelle Jahresausflug der nimmermüden „AH -Handballer“ des TV Oberflockenbach ging diesmal nach Essen in Europas Kulturhauptstadt 2010. Einmal mehr sorgte der dafür prädestinierte Organisator Rudi Schmitt auch in diesem Jahr, dass 17 “Flockis“ ein sicherlich noch lange in Erinnerung bleibendes Wochenende verbringen konnten. Dass Reisen bildet ist ja so neu nicht, doch bei dieser Exkursion in den Ruhrpott sollte diesem Aspekt eine besondere Bedeutung zukommen. So wusste vor diesem Trip sicherlich keiner so richtig, was unter einer “Postindustriellen Spontanvegetation“ zu verstehen ist? Aber der Reihe nach: Als erstes stand ein Besuch der Veltins - Arena auf Schalke in Gelsenkirchen auf dem Programm. Dieses erst im August 2001 fertig gestellte Multifunktionsstadion bringt es maximal auf 78.996 Plätzen. Am meisten überraschte die ein - und ausfahrbare Rasenwanne im Bereich der Südtribüne, dessen jeweiliger 3,5- bis 4-stündiger Vorgang sich auf 13.000 Euro beläuft. Die 191 Millionen Euro teure Arena besitzt insgesamt 32 Kioske, welche allesamt über eine 5 km lange Pipeline mit kühlem Bier versorgt werden. Ferner befindet sich direkt unter der meist geschlossenen Glasfaser-Dachkonstruktion in der Mitte des Stadions ein 29 Tonnen schwerer Videowürfel mit vier ca. 36 Quadratmeter großen Bildschirmen. Nach dieser äußerst interessanten Besichtigung, legten die TVO Mannen einen Zwischenstopp beim gastfreundlichen “Hans“ in Gladbeck ein. Beim Bierchen und klassischer “Currywurst“ saßen alle angeregt diskutierend in seinem idyllischen Garten und erfreuten sich der untergehenden Abendsonne. Samstags standen dann gleich mehrere Programmpunkte, mit einer Führung durch die Zeche “Zollverein“, Spaziergänge durch die unterschiedlichen Stadtteile “Katernberg“ und “Margarethenhöhe“, sowie einen Rundgang durch die Essener Innenstadt inklusive Erzählung der “Krupp-Historie“, an. Hatten am Vortag noch alle rote Polohemden mit Vereinswappen getragen, so waren zum Thema Steinkohlebergbau die schwarzen Bürstner - Shirts wohl passender, aber ebenso auffallend gewesen. Über alle Details und das übermittelte Wissen berichten zu wollen, würde zu weit führen. Eine Erkenntnis nahm wohl aber jeder mit, nämlich dass die damaligen Arbeitsverhältnisse der Bergleute mehr als nur unmenschlich einzustufen waren. Weder waren die “Kumpels“ vor dem lungengängigen Kohlenstaub, ebenso gegen den höllischen Lärm von über 120 dB, noch vor den unzumutbaren körperlichen Arbeitsbedingungen geschützt. So war es keine Seltenheit, dass ein Bergmann in einem nur 0,8 m bis 1,20 m hohen Flöz liegend oder kniend mit seinem ca.20-30 kg schweren Drucklufthammer (auch Boxer genannt) unter nur sehr spärlichen Lichtverhältnissen und unter der Gefahr einer Staubexplosion, oder eines Einsturzes sein Tagwerk verrichten musste. Von Beginn mit Schacht 1 im Jahre 1851 über die Zentralschachtanlage 12 der größten und schönsten Steinkohleförderanlage ihrer Zeit (1932) bis zu ihrer Schließung 1986 hat sich das gesamte Gebiet über das weit verzweigte Stollennetz um ca. 30 Meter gesenkt. Aufgrund eines menschlichen Bedürfnisses eines Kameraden, und der daraus resultierenden Wartezeit, kamen einige AH`ler wider Erwarten in den Genuss in der Domkirche den Orgelklängen von J.S. Bach zu lauschen. Zum Tagesausklang verfolgte man dann noch das DFB Pokalendspiel Schalke gegen Duisburg in einer der vielen typischen Ruhrpottkneipen, in welcher übrigens noch hemmungslos gequalmt wurde. Den Sonntagvormittag nutzten die TVO - Ausflügler noch zu einem ausgedehnten Spaziergang durch den sehenswerten Grugapark, bevor die Heimreise mit dem bis zu 303 km/h schnellen ICE, diesmal einheitlich in den neuen grünen Hemden angetreten wurde. (ABA)
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